music is not my life.

im gegensatz zu vielen anderen menschen dieser welt laufe ich nicht jeden tag mit kopfhörern herum. ich nutze nicht jede minute, um auf meinem music-device den neuesten, heißesten scheiß zu hören. vor ein paar jahren war das wohl noch anders – vor allem, weil ich meine eigenen gedanken nicht hören wollte. und musik die einzige möglichkeit war, sie zu übertönen. damals sah man mich rund um die uhr kopfhörer tragen. aber mittlerweile würde ich der musik-to-go immer twitter vorziehen. oder ein buch. oder meine eigenen gedanken. oder gespräche in der ubahn. weil es mich mittlerweile wahnsinnig macht, nicht die geräusche um mich herum wahrzunehmen, wenn ich mich außerhalb des hauses bewege. nicht direkt reagieren zu können, wenn um mich herum etwas passiert.

ich habe nie ein musikinstrument wirklich spielen gelernt. angefangen habe ich mit gitarre und klavier. aber bei beidem machten mir fehlende motivation, das unverständnis über noten und langweilige lehrer einen strich durch die rechnung. manchmal bereue ich das, weil ich menschen bewundere, die kreativ mit verschiedensten instrumenten und tönen umgehen können. aber ich hatte dafür nie ein wirkliches gefühl. gesungen habe ich immer gerne, manche zeit sogar in chören. aber auch das mangelte immer an der fehlenden lust, mich intensiv mit noten, regeln und übungen zu beschäftigen. und vor allem auch daran, dass ich mich aufgrund dieser abwesheinheit handfester erfahrung niemals wieder zu einem vorsingen trauen würde – auch wenn ich manchmal davon träume. dafür singe ich immer noch gern lauthals zu meinen lieblingssongs mit. vielleicht ist das auch mein problem mit den kopfhörern und musikhören in öffentlichen räumen.

aber selbst zuhause läuft bei mir nur sehr selten musik. dafür muss ich wirklich in der stimmung sein. wenn mir zum beispiel ein lied plötzlich in den kopf kommt und ich es dann dringend hören will. oder zum putzen, kochen oder aufräumen, um mich irgendwie zu motivieren. aber so oft passiert das dann auch nicht. und manchmal geht mir im hintergrund dudelnde musik auch auf die nerven. dabei ist es wirklich nicht so, dass ich musik nicht mag. ich habe diesbezüglich sogar einen ganz guten geschmack – und das sage ich ohne jegliche bescheidenheit. ich mag konzerte, war schon auf zahlreichen festivals und habe viele lieblingsbands und -künstler, die ich sehr schätze. ich weiß sehr genau, was ich mag oder nicht mag. was ich mag folgt dabei keinem genauen muster. es ist ein gefühl. mir gefällt, was mir gefällt. unabhängig von genres und noten. die könnte ich schließlich eh nicht lesen. aber musik hat schon lang nicht mehr so einen hohen stellenwert in meinem leben.

noch vor ein paar jahren konnte ich so ziemlich jedes lied, das im radio lief, mitsingen. weil auf der arbeit immer das radio dudelte. seit ein paar jahren ist selbst das nicht mehr der fall, da die gema ein arschloch sein kann. das talent, mir songtexte zu merken (im gegensatz zu jedem anderen nützlichen wissen), besitze ich aber weiterhin und ich habe damit schon einige menschen beeindruckt und erschreckt.

viele behaupten, ihnen wäre musik so wichtig und deshalb hörten sie diese 24/7. das habe ich schon oft gehört. ich aber glaube, dass das unendliche hören von musik nicht unbedingt einen musikliebhaber ausmacht. weil ich nicht davon ausgehe, dass das unendliche hören sie unbedingt besonders macht. würde ich mich selbst als musikliebhaber bezcichnen? ich denke schon. aber eben auch nur mit der prämisse, dass ich mich dafür in der richtigen stimmung befinde. sie nicht auschließlich als hintergrundgeräusch fungiert. mit stille komme ich mittlerweile sonst sehr gut klar. ich habe sie akzeptier und genieße sie. und auf musik, vor allem die, die ich liebe – möchte ich mich konzentrieren können. mich ihr widmen. indem ich entweder tanze oder laut mitsinge. mich in ihr verliere. und das kann ich so schlecht im zug oder auf dem weg zur ubahn-haltestelle. denn immer, wenn ich mit kopfhörern am bahnsteig stehe und zu meiner musik tanze, gucken die leute so komisch.

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