flüchtigkeiten.

ich halte sie immer viel zu selten fest, diese momente. diese glücksmomente, in denen alle schwierigkeiten für einen sekundenbruchteil komplett beiseite geschafft sind und ich einfach nur genießen kann. nicht funktionieren muss. mein kopf endlich mal den off-schalter findet. viele dieser momente finden gemeinsam mit dir statt. ich teile dir das dann manchmal auch mit – ob in worten, blicken oder mit einem lächeln. und ich weiß sie unheimlich zu schätzen – innerlich feiere ich diese momente. auch die klitzekleinen. natürlich fliegen manche auch unerkannt an mir vorbei, da bin ich sicher. aber ich versuche doch, sie mir bewusster zu machen. sie anzuerkennen und sie zu zelebrieren. weil ich weiß, gegen was diese momente da anzukämpfen haben. die kämpfen regelmäßig gegen ängste, befürchtungen, sorgen, stress, alltag und den endgegner depression. und weil sie die immer wieder bezwingen – wenn auch nur zeitweise – sollte ich sie nicht unterschätzen, diese momente. diese flüchtigkeiten, die sich ja sogar ausdehnen können. auf sekunden, minuten, stunden. manchmal tage. aber manchmal gehen sie trotz all‘ ihrer bedeutung in allen kämpfen unter. und dann kann ich sie mir kaum in erinnerung rufen und sie sind nicht dann greifbar, wenn ich sie am dringendsten bräuchte. ich möchte sie dann eintuppern und einfrieren, um sie aufzuwärmen wie eine warme mahlzeit an ungemütlichen herbsttagen. oder sie wie glühwürmchen zeitweise in einem marmeladenglas halten, damit sie mir licht in der dunkelheit spenden.

über diese momente mit dir zu reden, hilft. sie wieder aufzufrischen, gemeinsam mit deinen erinnerungen und perspektiven, die oft noch so viel mehr bedeutung einflechten. fotos betrachten ist auch eine meiner möglichkeiten, diese flüchtigkeiten aufleben zu lassen. mich in die zeit zurück zu schicken – und wenn auch nur provisorisch. und lesen, natürlich. diese momente in worten wieder zu erleben, das ist eigentlich das besonderste. dass ich dafür aber schreiben muss und mir genau das so schwer fällt – vielleicht ist sogar das ein endgegner. aber nun sitze ich hier und irgendwie geht es doch, wenn auch nur holprig, aber es geht. und das nach vielen flüchtigkeiten, nach fast einem tag von momenten und glückseeligkeiten. dann will ich zumindest die behalten, wenn schon so viele andere vorher doch verloren scheinen. dass sie das eigentlich gar nicht sind, das spielt hier keine rolle. es geht ja nur um das gefühl.

ich will behalten, wie du dich anfühlst, wenn ich mit dem kopf auf deiner brust liege. und wie ich dich manchmal ansehe, während du ganz anderes im sinn hast. und dieses wohlige gefühl dabei, mein grinsen. ich will behalten, wie wir stunden damit verbringen können, einfach nur zu reden. über alles. so offen und ehrlich, wie ich es sonst nur selten konnte. wie viel es mir bedeutet, wenn du mir dinge anvertraust. dass mir tränen in die augen steigen, wenn du trauriges erinnerst. ich will behalten, dass wir manchmal aber auch gar nicht reden müssen. und dass es auch okay ist, wenn wir gemeinsam die köpfe ausschalten und alberne comedy-shows gucken, um bis in die morgenstunden zu lachen. dass du manchmal sagst, du magst es, wenn ich lache. und ich mich gestern daran erinnern musste, als ich lachte und mich selbst so schön fand. ich will behalten, dass ich mich immer noch manchmal frage, was wohl in deinem kopf vorgeht – obwohl ich weiß, dass ich dich schon so gut kennen lernen durfte. und ich will behalten, dass das okay ist. ich will behalten, dass ich dich bewundere. dafür, wer du bist. und dass ich dankbar bin, dass wir uns getroffen haben. ich will behalten, wie es sich anfühlt, dir nah zu sein. und deine wärme. meinen wunsch, näher zu rücken. ich will aber auch behalten, dass es okay ist, wenn du dann nachhause gehst. weil ich weiß, dass ich allein sein kann. und weil ich weiß, dass du wieder kommst. ich will behalten, dass ich mir wünsche, dass du in meinem leben bleibst – so lange wir das beide wollen.

ich will vor allem behalten, dass ich ein bisschen weinen muss, während ich das hier schreibe. weil es ja eben doch nicht nur kleine momente oder flüchtigkeiten sind – sondern etwas bedeutendes. und ich das auch weiß und mich in dunkleren, ungemütlicheren zeiten an all‘ das erinnern kann.

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